Studienabbrechende

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Haltung der Hochschuldidaktik

Studienabbrechende muss man differenziert betrachten. Zunächst sollten dabei zwei PErspektiven differneziert werden. Erstens gibt es die "aggregierte" Sicht der Hochschule und Bildungsadministration bezüglich der erstrebenswerten Institution und zweitens die individuellen Perspektive auf einzelne Studienabbrechende im hier und jetzt.

Letztere Personengruppe gibt es natürlich, und jemand, die/der sich für ein Studium entschieden hat und wirklich nicht passt, sollte lieber früher als später abbrechen. Klar - das erwähnen immer alle kritischen Stimmen. D.h. dass man in individuellen Entscheidungs- und Beratungssituationen einen Abbruch als adäquate Option eruieren muss.

ABER aus Sicht der Hochschule kostet uns jeder Studienabbrechende bares Geld. Daher muss die Hochschule versuchen Abbrüche weitestgehend zu vermeiden. Dies geht mit zwei Ansätzen. Zum einen müssen wir es schaffen, dass weniger der potentiellen Abbruchkandidatinnen und -kandidaten sich fälschlicherweise für ein Studium an der Hochschule Ravensburg-Weingarten entscheiden. Hier geht es um Informationen, Auswahl aber auch Bewerberinnenzahlen etc. Der andere Ansatz soll insbesondere solche potentiell Abbrechende unterstützen, für die - wie so oft - eher multiple Abbruechgründe zum Abbruch führen (privat, Leistung, Motivation). Hier sollte die Hochschule wiederum alles tun, um die "anderen" Gründe auszuräumen.

Was sind denn nun "andere" Gründe oder wie definieren sich die "wirklich ungeeigneten Kandidatinen und Kandidaten". Ich denke, insbesonders - und hier etwas pauschalisierend bzw. vereinfachend formuliert - Leistungsschwache und arbeitsunwillige Studierende sind die Kandidatinnen, bei denen einen Abbruch in Frage kommt. Lerngelegenheiten bieten und Begeisterung entfachen ist aber eben genau unsere Aufgabe als Bildungseinrichtung. Egal wie ich es mir überlege - in einer perfekten Hochschule bleiben eben wenige "gute" Studienabbrechende.

Fazit: In einer individuellen Situation kann aus heutiger Sicht durchaus ein Abbruch gut sein - frühe Abbrüche sind dabei häufig besser als späte. Aber als Hochschule sollten wir daran arbeiten, Studienabbrüche langfristig komplett überflüssig und mittelfristig deutlich unwahrscheinlicher zu machen.